Donnerstag, 19 Uhr. Das Glas in der Hand, lacht die Runde über eine Geschichte, der Sie nicht folgen konnten. Sie nicken, suchen nach einem Satz, und dann ist der Moment vorbei. Auf dem Heimweg fallen Ihnen endlich die passenden Antworten ein, zu spät. Wenn Ihnen diese Szene bekannt vorkommt, sind Sie längst nicht allein: Das Afterwork gehört zu den gefürchtetsten sozialen Übungen im Berufsleben.

Die gute Nachricht: Die besten Bücher über Kommunikation sind sich in einem überraschenden Punkt einig. Gute Gespräche zu führen heißt nicht, Geistreiches zu sagen zu haben. Es heißt zuzuhören, die richtigen Fragen zu stellen und präsent zu sein. Hier sind fünf Bücher, die das zeigen, jeweils mit der Kernidee, einem prägnanten Satz und der Art, wie Sie es schon beim nächsten Afterwork anwenden.

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5 Bücher, mit denen Gespräche wie von selbst laufen

1. Crucial Conversations: Dialog schlägt Debatte

Kerry Patterson und seine Mitautoren haben untersucht, was Menschen auszeichnet, die zu reden wissen, wenn viel auf dem Spiel steht. Ihre Antwort: Sie wollen den Austausch nicht gewinnen, sie wollen das füllen, was die Autoren den gemeinsamen Pool an Bedeutung nennen, in den jeder ohne Angst seine Gedanken einbringen kann. Das Buch zielt zuerst auf schwierige Gespräche, doch sein Prinzip gilt für jede Unterhaltung: Menschen reden gern dort, wo sie sich sicher fühlen.

"Im Kern jedes gelungenen Gesprächs steht der freie Fluss relevanter Informationen." (Kerry Patterson u. a., Crucial Conversations)

Beim Afterwork: Widerstehen Sie dem Drang, zu widersprechen oder noch eins draufzusetzen. Wenn jemand eine Meinung äußert, fragen Sie, wie er dazu gekommen ist. Sie wirken als angenehmes Gegenüber, und das Gespräch geht viel tiefer. Zur Zusammenfassung von Crucial Conversations.

2. Kompromisslos verhandeln: Spiegeln Sie

Chris Voss war der leitende Verhandler des FBI bei internationalen Entführungen. Seine einfachste Technik ist abends auch die nützlichste: das Spiegeln, also die letzten Worte Ihres Gegenübers in fragendem Ton zu wiederholen. Es fühlt sich gehört und führt seinen Gedanken von selbst weiter aus. Voss ergänzt das Etikettieren, also die Emotion zu benennen, die man wahrnimmt: "Es klingt, als würde Sie dieses Projekt begeistern."

"Das Schöne an Empathie ist, dass sie nicht verlangt, den Ideen des anderen zuzustimmen (Sie können sie durchaus verrückt finden)." (Chris Voss, Kompromisslos verhandeln)

Beim Afterwork: Wenn Ihnen jemand erzählt "Ich bin gerade aus einem Monat Japan zurück", antworten Sie nicht mit Ihrer eigenen Reise. Wiederholen Sie einfach "Einen Monat Japan?" und lassen Sie erzählen. Menschen lieben es, sich verstanden zu fühlen, und es ist die leichteste Anstrengung überhaupt. Zur Zusammenfassung von Kompromisslos verhandeln.

3. Wie man Freunde gewinnt: Eine ehrliche Frage ist mehr wert als zehn Anekdoten

Fast ein Jahrhundert nach seinem Erscheinen ist Dale Carnegies Klassiker noch immer das beste Gesprächshandbuch, das je geschrieben wurde. Seine Kernidee passt in eine Zeile: Man interessiert andere, indem man sich für sie interessiert. Carnegie erzählt sogar von Abendessen, bei denen er kaum etwas gesagt hatte und danach als faszinierender Gesprächspartner galt, einfach weil er seine Tischnachbarn über sich selbst reden ließ.

"Wenn Sie also ein guter Gesprächspartner sein wollen, seien Sie ein aufmerksamer Zuhörer. Um interessant zu sein, seien Sie interessiert." (Dale Carnegie, Wie man Freunde gewinnt)

Beim Afterwork: Bereiten Sie zwei oder drei offene Fragen vor, die eine Geschichte hervorlocken statt eines Ja oder Nein. "Wie sind Sie zu diesem Beruf gekommen?" funktioniert viel besser als "Und, läuft's im Job?". Und merken Sie sich die Namen: Carnegie nennt den eigenen Namen den süßesten Klang für jeden Menschen. Zur Zusammenfassung von Wie man Freunde gewinnt.

4. Das Charisma-Geheimnis: Präsenz statt Perfektion

Olivia Fox Cabane widerlegt die Vorstellung, Charisma sei eine Gabe, die Extrovertierten vorbehalten ist. Für sie beruht es auf drei Zutaten, die man lernen kann: Präsenz, Macht und Wärme. Die erste ist die zugänglichste und zugleich die seltenste: ganz bei der Person zu sein, die vor einem steht, statt den nächsten Satz vorzubereiten oder den Raum im Blick zu behalten.

"Charismatisch zu sein hängt nicht davon ab, wie viel Zeit Sie haben, sondern davon, wie präsent Sie in jeder einzelnen Begegnung sind." (Olivia Fox Cabane, Das Charisma-Geheimnis)

Beim Afterwork: Während der andere spricht, stecken Sie das Handy weg, halten Sie den Blickkontakt und machen Sie eine kurze Pause, bevor Sie antworten. Diese zwei Sekunden zeigen, dass Sie wirklich zugehört haben. Perfekt müssen Sie nicht sein: Fünf Minuten volle Präsenz hinterlassen einen stärkeren Eindruck als eine Stunde geistreicher Sprüche. Zur Zusammenfassung von Das Charisma-Geheimnis.

5. Alles nur geklaut: Sie müssen nicht originell sein, nur nützlich

Austin Kleon hat dieses kleine Buch für Kreative geschrieben, die von der Angst gelähmt sind, nicht originell zu sein. Seine Antwort gilt auch für Gespräche: Niemand erfindet etwas aus dem Nichts, und was andere interessiert, ist nicht Ihre Originalität, sondern das, was Sie zu teilen haben. Eine Idee, die Sie am Vortag gelesen haben, eine überraschende Zahl, ein Buch, das Ihre Meinung geändert hat: Das sind Gesprächsthemen, die alle hören wollen.

"Ein guter Künstler versteht, dass nichts aus dem Nichts kommt. Alle kreative Arbeit baut auf dem auf, was vorher war." (Austin Kleon, Alles nur geklaut)

Beim Afterwork: Kommen Sie mit einer Idee, die Sie teilen möchten, statt mit einer Anekdote, die Sie unbedingt loswerden wollen. "Ich habe etwas Erstaunliches darüber gelesen, wie wir Entscheidungen treffen" eröffnet ein Gespräch, in das jeder einsteigen kann. Zur Zusammenfassung von Alles nur geklaut.

Probieren Sie es heute Abend aus

Drei Handgriffe genügen, um Ihr nächstes Afterwork zu verändern, ohne Ihre Persönlichkeit umzukrempeln:

Wenn Sie eher zurückhaltend sind, keine Sorge: Diese Techniken beruhen mehr auf Zuhören als auf Reden, was Introvertierten eher zugutekommt. Darum geht es auch in unserer Zusammenfassung von Still: Die Kraft der Introvertierten.

Immer eine Idee zum Teilen haben

Der einfachste Weg, nie ohne Gesprächsthemen dazustehen, ist, die eigene Neugier jeden Tag ein wenig zu nähren. Genau das ist die Idee von Cobalt: die Kernideen eines Buches in 5 Minuten, zum Lesen oder Hören unterwegs, damit Sie zu jedem Afterwork etwas Interessantes zu erzählen haben. Alle unsere Bücher über Kommunikation finden Sie unter https://www.cobaltapp.io/de/sujets/communication, die App unter https://www.cobaltapp.io/download.

Die Zitate in diesem Artikel haben wir selbst aus dem Englischen übersetzt, auf Grundlage der Originalausgaben.